Mandeln stammen ursprünglich aus Vorder- und Zentralasien. Von dort aus verbreiteten sie sich nach Griechenland, Nordafrika und über die ganze westliche Halbkugel.
Heute zählen Kalifornien, Spanien, Italien, Portugal, Griechenland, Marokko, die Türkei und der Iran zu den wichtigsten Anbaugebieten. Kalifornien ist mit einem Anteil von ca. 75 % an der globalen Ernte das ertragreichste dieser Anbaugebiete.

Je nach Anbaugebiet werden hier verschiedene Sorten unterschieden:
a) Kalifornien:
Kaliforniens Hauptanbaugebiet erstreckt sich um Sacramento, Bakersfield und Modesto. Auf den riesigen Anbauflächen können variations und sortenreine, d.h. ausschließlich süße Mandeln bestimmter Sorten geerntet werden.
Es gibt fünf Mandelsorten, die am häufigsten gehandelt werden:
Nonpareil Variety: Diese Sorte umfaßt ca. 50% der gesamten Mandelproduktion. Die Mandeln sind mittelbreit, länglich und flach, sie werden als erste geerntet ( siehe 3.1.3. ).
California Variety: Die Mandeln dieser Sorte sind flach und herzförmig, sie werden in einer Mischung verschiedener Untersorten angeboten.
Carmel Variety: Diese Sorte ist eine der Untersorten der Qualität California Variety.
Neplus Variety: Die Mandeln dieser dritten Qualität besitzen eine längliche Form und umfassen einen Ernteanteil von 10%.
Mission Variety: Die Mission-Mandel ist dickbäuchig und kurz, sie hat einen besonders guten Geschmack, aber eine schlecht lösliche Schale und ist somit nur teilweise blanchierfähig.
Jodanolo Variety: Die Jodanolo-Mandel hat eine dünne, glatte Haut und ein ausgeprägtes Aroma.
Alle diese Mandelsorten werden als "natural" - mit Samenhaut - und als "blanchiert" - also als von der Samenhaut befreite Kerne - gehandelt. Zusätzlich zu den Sortenbezeichnungen werden Mandeln nach Größen sortiert gehandelt. Als Grundmaß gilt hier die Anzahl der Mandeln, die eine Unze ( = 28,35g ) ergeben. So ergeben sich die Klassen 16/18er( 16 bis 18 Mandeln auf eine Unze ), 18/20er, 20/22er, 23/25er, 25/27er usw. Daneben werden aber auch Mandeln vertrieben, die nicht nach Größen sortiert sind und einen Bruchanteil bis maximal 5% aufweisen dürfen, diese tragen die Bezeichnung whole & broken. Auch diese Mandeln werden als "natural" und als "blanchiert" angeboten.
b) Spanien
Spanien ist neben Kalifornien eines der Haupterzeugerländer für Mandeln. Spanische Mandeln sind im Gegensatz zu kalifornischen Mandeln dickschaliger, auch ist die Sortenreinheit nicht zu 100% gewährleistet.
Die Mandelbäume im Mittelmeerraum tragen häufig süße und bittere Mandeln an einem Baum. Dieser Umstand ist dafür verantwortlich, daß in jeder Ernte der süßen Mandeln ein natürlicher Bittermandelanteil von ca. 2% enthalten ist. Da bittere Mandeln blausäurehaltig sind, darf dieser Anteil nicht mehr als 5% betragen. Ein geringer Anteil an bitteren Mandeln ist jedoch notwendig, damit das Marzipan seine vollen Geschmack entfalten kann.
Spanische Mandeln werden als "selected" und "unselected" angeboten, der Bittermandelanteil darf 3% nicht übersteigen und es ist ein Bruchanteil von 2-3% zulässig.
Darüber hinaus werden folgende Sorten unterschieden:
Valencia unselected: Hierbei handelt es sich um eine Mischung verschiedener Sorten. Diese Sorte ist die Qualität, mit der am häufigsten gehandelt wird, sie weist einen Anteil von bis zu 20% Zwillingsmandeln auf.
Valencia selected: Die Mandeln sind nach Größen und Aussehen sortiert. Die häufigsten Größen sind hier 23/25, 20/22, 18/20 und kleiner.
Marconas: Diese Sorte besteht aus 100% süßen Mandeln in Spitzenqualität, sie sind entsprechend teuer im Preis.
Larguetta: Die Mandel ist mit der Sorte Marconas vergleichbar. Sie hat eine längliche Form und einen Bittermandelanteil von unter 2% und wird in der Größe 30/32 besonders gern als Brennmandel verwendet.
Mallorca: Diese Mandeln sind im Geschmack sehr mild und haben eine rundliche Form.
Jordana: Die Jordana-Mandeln sind längliche, wohlschmeckende Mandeln, die als 100% süße Mandeln vertrieben werden.
c) Sonstige
Italien spielt als Mandelproduzent eine eher untergeordnete Rolle, die bekannteste Sorte ist "Prima Bari extra Qualität". Portugal spielt als Mandellieferant nur bei knappen Ernten in Kalifornien und Spanien eine Rolle. Portugal liefert in den Sorten "Faro" und "Duro", die vergleichbar mit den Spanischen Sorten "Jordana" und "Larguetta" sind.
Anbau
In den Hauptanbaugebieten Kalifornien und Spanien werden Mandeln zum Teil auf riesigen Flächen in Regionen kultiviert, in denen die Wahrscheinlichkeit für späte Fröste während der Blütezeit der Mandelbäume sehr gering und die Möglichkeit zur Bewässerung während eventueller Trockenperioden gegeben ist.
In Kalifornien beginnt die Mandelblüte je nach Witterung Mitte bis Ende Februar. Sie ist in dieser Zeit besonders durch späte Fröste gefährdet. Damit die Bäume später Früchte tragen können, werden sie in diesen kritischen zwei bis drei Wochen der Blüte hauptsächlich durch Bienen bestäubt. Die Größe der Ernte hängt also ganz von der Aktivität der Insekten ab. Warmes, ruhiges und freundliches Wetter begünstigen den Bienenflug.
Die Mandelernte beginnt je nach Witterungsverlauf Anfang bis Mitte August und wird heute größtenteils maschinell durchgeführt. Die Maschinen schütteln die Mandeln von den Bäumen und die heruntergeschüttelten Mandeln werden mit staubsauger- ähnlichen Maschinen aufgelesen. Die Ernte erstreckt sich bis in den frühen Herbst.
Gleich nach der Ernte muß die grüne Schale entfernt werden, da diese zu diesem Zeitpunkt noch weich ist und sich leicht vom Kern lösen läßt. Dadurch wird zugleich die Schimmelbildung verhindert und die Steinschalen der Mandeln bleiben hell. Diese Entschalung findet maschinell statt. Die Mandeln in der Steinschale werden nun von ursprünglich 20-25 % auf eine Feuchtigkeit von 7% getrocknet. 90% der weltweit geernteten Mandeln werden auch von dieser Steinschale befreit und somit als "shelled almonds", als Mandeln ohne Steinschalen vertrieben. Die Jahresernte in Kalifornien liegt im Mittel zwischen 250.000- 350.000 Tons, in Spanien liegt sie bei 45.000-70.000 Tons. Im späten Herbst und im Winter haben Mandelbäume eine sogenannte Schlafphase, in der sie ihr Laub abwerfen, um dann im Frühjahr neue Blüten zu treiben.
Die Haltbarkeit von Mandeln beträgt ca. 9 Monate.

 
       

 

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