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Für alle in der Türkei angebauten Haselnüsse stehen die Oberbegriffe
"Levantiner", für die aus Akcakoca und Giresun, und " Kerassunder",
für die aus Ordu und Trabzon. Innerhalb dieser Sorten nimmt Giresun
eine Sonderstellung ein. Diese Haselnusskerne weisen den höchsten
Fettgehalt auf und lassen sich dadurch am Besten schälen. Sie werden
ausschließlich für die Herstellung von weißen Haselnüssen (geschälten)
und deren Präparateproduktion, z.B. für Haselnusshobel, verwendet.
Recht gut schälen läßt sich auch die Sorte Ordu. Akcakoca und Trabzon
erfüllen diese Ansprüche nicht. Die türkischen Haselnüsse haben
eine wesentlich dünnere Schale als die Nüsse der anderen Anbauländer,
dadurch sind die Kerne größer. Trotz der dünnen Schale ist die Nuss
aufgrund der Härte der Schale besonders zum Schlagen geeignet, um
ganze Haselnußkerne zu gewinnen.
In Italien werden die Haselnuss-Sorten nach ihren Anbaugebieten
benannt. So gibt es Haselnüsse aus Piemont (Piemontese), Rom (Römer),
Neapel (Neapler und Mortarelle) und Sizilien (Sizil). Die Haselnüsse
aus dem Gebiet um Neapel sind im Geschmack strohig und holzig. Sie
finden daher nur im Einzelhandel Verwendung. Für die industrielle
Produktion wird nur im geringen Umfang der Typ Motarelle verwendet,
da er preiswerter ist als türkische Haselnüsse. Römer-Kerne lassen
sich nicht schälen und werden daher nur durch ihr gutes Aussehen
in Reformhäusern angeboten. Manche Arten haben nur geringe Bedeutungen
und werden meist als ganze Nuß für das Weihnachtsgeschäft benötigt.
Die beste Nuß aller Haselnüsse, ist die aus Piemont. Sie hat den
allerfeinsten Geschmack und nur positive Eigenschaften. Aber durch
ihre geringe Erntemenge hat sie auch bis zu den doppelten Preis.
Haselnüsse haben die unterschiedlichsten Formen. Dabei wird in drei
Formen unterschieden:
- runde Haselnuss (kugelrund, rundoval aber auch plattrund)
- spitze Haselnuss (tropfenförmiges Bild)
- lange Haselnuss (Form eines stumpfen Keils, etwas der Mandel ähnlich)
Diese Formenbezeichnungen werden den Namen beigefügt, damit man
gleich auf die Form der Haselnüsse schließen kann. Daher heißen
dann z.B. die gängigen Sorten "runde Sizil", "runde Neapler", "runde
Römer", "lange San Giovanni" usw.
Unser Einzugsgebiet ist für braune Haselnüsse die Türkei und Aserbaidschan,
so wie in Ausnahmefällen Italien und Spanien, und für blanchierte
Haselnüsse, d.h. die Samenhaut wurde entfernt, der Iran und die
Türkei. Die Haselnuss wird als Hauptrohstoff in der Nougatherstellung
verwendet.
Haselnussqualitäten
Haselnussqualitäten
werden unterschieden nach f.a.q. (fair average quality Durchschnittsqualität)
und Standardware. Die f.a.q.-Haselnüsse sind unsortiert und haben
einen Durchmesser von 9 - 15 mm. Standardware ist nach Größen sortiert
und kalibriert. Die Größensortierung bei Haselnüssen, erfolgt nach
dem größten Querdurchmesser mittels eines Sortiersiebes mit Rundlöchern.
1.kalibrierte Haselnüsse Ø Bei kalibrierten Haselnüssen darf der
Unterschied zwischen der kleinsten und der größten Größe 2 mm nicht
überschreiten.
2. gesiebt Haselnüsse Ø Gesiebte Haselnüsse sind solche, deren größter
Durchmesser über oder unter einer festgesetzten Zahl liegt.
Haselnußkerne werden entsprechend ihrer Qualität in die drei nachstehend
definierten Klassen eingeteilt (die sogenannte Euro-Norm).
KLASSE EXTRA
Haselnüsse von dieser Klasse sind von höchster Qualität, gesiebt
oder kalibriert und von normaler Form und Aussehen entsprechend
dem Handelstyp oder der Sorte.
KLASSE I
Haselnüsse von dieser Klasse sind von guter Qualität, gesiebt oder
kalibriert. Sie können leichte Formfehler aufweisen.
KLASSE II
Diese Klasse umfaßt Haselnüsse, die nicht in die höheren Klassen
eingestuft werden können, aber den definierten Mindesteigenschaften
entsprechen. Die Mindestgröße beträgt für HK der Klassen Extra und
I 9 mm. Ausgenommen sind Haselnüsse des Typs Piccolo oder mit ähnlicher
Bezeichnung, für die ein Durchmesser von 6 - 9 mm zulässig ist.
MINDESTEIGENSCHAFTEN
Haselnüsse müssen in allen Klassen sein: - trocken, der Feuchtigkeitsgehalt
darf nicht über 6 % liegen, - sauber, insbesondere frei von sichtbaren
Fremdstoffen, - frei von Mängeln, die sie zum Verzehr ungeeignet
machen, - gesund, - frei von Schimmel, Fäulnis und sichtbaren Schäden
durch Insekten, frei von lebenden oder toten Insekten oder sonstigen
lebenden oder toten tierischen Schädlingen, - nicht ranzig und frei
von fremden Geruch und/oder Geschmack - ganz. Es wird nicht als
Fehler angesehen, wenn ein Teil der äußeren Schale fehlt oder wenn
die Kerne eine Beschädigung bis zu 2 mm Breite und 1 mm Tiefe aufweisen.
Kerne, die nicht ganz sind und bei denen mehr als 1/3 fehlt, werden
als Bruchstücke bezeichnet. Sie dürfen nicht durch ein Sieb mit
runden Löchern von 5 mm fallen.
Ernten
Die Ernte beginnt im August. Bereits im September kommen die neu
geernteten Haselnußkerne auf den Markt. Das Ernten geschieht nur
im geringen Maße durch Pflücken, meist wird vom Boden aufgelesen,
wenn die Nüsse abgefallen sind oder nachdem man sie geschüttelt
hat. Die Kelchblätter werden sofort maschinell entfernt. Die Trocknung
erfolgt im Freien auf großen Plätzen, daher ist ein günstiges Trocknungswetter
sehr wichtig. Wenn das Wetter nicht mitspielt, haben die Nüsse einen
sehr hohen Wassergehalt. Dieser beeinflußt vor allem die Bildung
von Schimmel und die Länge der Lagerfähigkeit.
Brechen
Das Brechen erfolgt durch Mühlsteine, deren Abstand variabel zu
einander ist und auf die vorher abgesiebte Nussgröße eingestellt
wird. Die Kalibrierung ist notwendig, da sonst kleinere Nüsse nicht
gebrochen und größere jedoch zerquetscht werden würden. Nach dem
Brechen, Reinigen, d.h. Schalen und Unreinlichkeiten werden nach
dem Brechen mit Hilfe eines Luftstromes herausgefiltert, und Verlesen
wird die Ware in Jutesäcke eingepackt, markiert oder mit Seriennummern
oder Codes über die Herkunft versehen und zur Verladung gebracht.
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